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Plattdeutsch
 
Schlittschoh löpen wi up’n „Klint“
 
Dor ünnen an’n Klint, wo di de Weg ut de Suurhalf rut in de Wischen bringt, kunnst du meen, de hogen Eschen un Ellern harrn hier linkerhand gegenöver vun Jürgen Kahls Hoff all ümmer stahn. Vör föfftig Johr söh dat hier ganz anners ut. Sommerdaags weer dat een lütt mager Besenweid, aver to Winterstiet wörr de Graven ganz achtern an’n Wall rechttiedig staut. So kömen wi Kinner bi Frostwedder to’n Iesfläch - Baggerseen geev dat to de Tiet noch nicht üm’t Dörp.
Dat lang denn sogor för’n Ieshockeyfeld un vörn an’t spitz Enn bleev noch Platz för de Lütten.
        
 
De Suurhalf-Mannschaft
O. Köhnke, H.Kollster, H.Stölting,K.Asbahr,K.Mehrens,W.Lohse,J.Asbahr
H.Lohse,H.H.Todt,K.D. Stäcker
 
 De besten Hockeystöck levern uns de Doornbüsch ut’n Knick un denn spelen wi mehrstiets „Beekhalf gegen Suurhalf“, 
so wie uns Dörp schun ümmer ünnerdeelt wörr. Wi ut de Beekhalf harrn dat jo’n beten wieder na’n Klint un dormit dat sneller göh, nöhmen wi den Weg bi de Meieree an’n Beek rünner quer över de Huuskoppeln.
 
 
De Beekhalf- Mannschaft
H.Starken, G.Knopf,U.Behrendt,E.Bülk,K.Tensfeldt,J.Behrendt,H.Schümann,H.Flöter
K.Rolke, H.Hahn, J.Asbahr
 
Ik heff bet hüüt nich vergeten, dat in een „Saison“ Korl Mehrens un ik mol de ersten up’t frisch Ies weern un wie beiden dat Geföhl harrn, uns Kufenspuren in een groten nien Spegel to ritzen. 
Solang dat Ies hööl, hebbt wi dor winterdags männicheen Nameddag un Sünndag tobröcht, bet dat düüster wörr – wenn nich tofällig Vullmaand weer.
In de veerdiger Johren kööm ok noch vör, dat de Dörpstraten mit Ies bedeckt weern un wi up Schlittschoh een poor Runden dörch’t Dörp dreihen kunnen. 
Dorto geev dat bi Schnee ok noch dat Vergnögen, een Peerd vör een lang Kett vun Sledens to spannen un sik alltohoop trecken to laten – de Peer müssen jo mol bewegt warrn!
 
Hochdeutsch
 
Schlittschuh liefen wir auf  dem „Klint“           
 
Dort unten am Klint, wo dich der Weg aus der Surhalf hinaus in die Wiesen bringt, könntest du meinen, die hohen Eschen und Erlen hätten hier linkerhand gegenüber dem Hof von Jürgen Kahl schon immer gestanden. Vor fünfzig Jahren sah es hier ganz anders aus.Sommertags war das eine magere Binsenweide, aber zur Winterszeit wurde der Graben hinten am Wall rechtzeitig gestaut. So kamen wir Kinder bei Frostwetter zu einer Eisfläche – Baggerseen gab es zu dieser Zeit noch nicht ums Dorf herum. Das reichte dann sogar für ein Eishockeyfeld und vorn am spitzen Ende blieb noch Platz für die Kleinen.
Die besten Hockeystöcke lieferten uns die Dornbüsche aus dem Knick - und dann spielten wir meistens „Beekhalv gegen Surhalf“, wie unser Dorf schon immer unterteilt wurde. Wir aus der Beekhard hatten es ja etwas weiter nach dem Klint und damit es schneller ging, nahmen wir den Weg bei der Meierei am Beek hinunter und quer über die Hauskoppeln. Ich habe bis heute nicht vergessen, dass in einer  „Saison“ Karl Mehrens und ich einmal die ersten auf dem frischen Eis waren und wir beide das Gefühl hatten, unsere Kufenspuren in einen großen Spiegel zu ritzen. Solange das Eis hielt, haben wir dort wintertags manchen Nachmittag und Sonntag zugebracht, bis es dunkel wurde, wenn nicht zufällig Vollmond war.
 
In den vierziger Jahren kam auch noch vor, dass die Dorfstraßen mit Eis bedeckt waren und wir auf Schlittschuhen ein paar Runden durchs Dorf drehen konnten.
Dazu kam bei Schnee auch noch das Vergnügen, ein Pferd vor eine lange Kette von Schlitten zu spannen und sich ziehen zu lassen – die Pferde mussten ja mal bewegt werden !