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Plattdeutsch

Mit de Oorn geiht dat hüüttodaags snell över de Bühn. Dor sühst du ton August, wenn’t hoch kümmt, mol een vun de överbreden Meihdöschers, för de uns Straten gor nich utleggt sünd. 
Dat Ungetüm verswinnt denn aver mehrstens snell wedder in een Hecklock, wo de nächst Slag mit riepen
 Roggen oder Weten töövt. Dat utdöscht Koorn bringt denn gliek’n Kipper vun de Koppel na Möhl, wo de hogen Silos sik dormit vullsuugt. 
Dat lööt sik för föfftig Johren noch ganz anners an. Meihen un Döschen legen wied ut’neen. Eerst müss mit de Lee eenmol rundrüm „anmeiht“ warrn, dormit Platz weer för de Peer, de den Aflegger,
de Flügelmaschien oder, wenn de Hoff groot noog weer,
den Sülvstbinner trecken mössen.
 De upbunnen Garben  wörrn denn eerstmol to „Hocken“ tosamenstellt. Wenn de dörchdröögt weern un dat Wedder mitmöök, wörr „inföhrt“, dat heet de Garben wöörn upstaakt un ünnern strammbunnen Widdelboom mit de vullen Wagens in de Schünen bröcht. Eerst to Harvsttiet tröck denn de Döschdamper – de öllsten wörrn noch mit Damp andreven – vun Hoff to Hoff. 
För uns Jungs weer dat jümmers een Spektakel, wie de Lanz-Bulldog den Riesen-Döschkasten in een Schüün bugseer. 
Wenn de breed Drievremen denn upleggt weer, kööm dat ganz Gedriev in Gang un veel Hannen kregen wat to doon. Twee bet dree Mann hören to de Stammkolonn – dorbi fallt mi de Naams Hannes Kahl un Joseph Malcher wedder in. Dorto helpen de Buern sik gegensiedig ut, dormit all Posten besett warrn kunnen. De Inlegger ganz baven kreeg de kopplastigen Garben tostaakt. Dat utdöscht Stroh kööm as groot „Klappen“ vörn ut de Press. De wörrn eerstmol ton Diemen upstapelt, bet wedder Platz in de Schüün weer. Achtern lööpt dat Koorn in de anklinkt Säck, de denn up de Nack wegschafft wörrn. Un dat allens speel sik af in een fien Stoffwulk, de mit den Sweet de Gesichter mit de Tiet swatt – un de Kehl döstig möökt. Aver för goot Eten un Drinken sorgen jümmers de Buerfruuns.
Noch hüüt heet dat, wenn een bi Disch good tolangt:
"He eet as’n Schüündöscher“. 
 

 

Hochdeutsch

Früher kam die Dreschmachine........
 
Mit der Getreideernte geht es heutzutage schnell über die Bühne.
Da siehst du im August, wenn es hoch kommt, mal einen von den überbreiten Mähdreschern, für die unsere Straßen gar nicht ausgelegt sind.   Das Ungetüm verschwindet  aber meistens schnell wieder in ein Heckloch, wo der nächste Schlag mit reifem Roggen oder Weizen wartet. Das ausgedroschene Getreide bringt dann gleich ein Kipper vom Feld in die Mühle, wo die hohen Silos sich damit vollsaugen.
 
Das ließ sich vor 50 Jahren noch ganz anders an. Mähen und Dreschen lagen weit auseinander. Zu Beginn musste mit der Sense einmal rundherum "angemäht" werden, damit Platz war für die Pferde, die den Ableger, die Flügelmaschine oder, wenn der Hof groß genug war, den Selbstbinder ziehen mussten.
 
Die gebundenen Garben wurden erst einmal zu Hocken zusammengestellt. Wenn die dann durchgetrocknet waren und das Wetter mitmachte, wurde "eingefahren", das heißt die Garben wurden aufgeladen und unter dem strammgebundenen "Widdelbaum" auf vollen Wagen in die Scheunen gebracht.
Erst im Herbst zog dann der "Dreschdampfer"- die ältesten wurden noch mit Dampf angetrieben- von Hof zu Hof.
 
Für uns Jungen war es immer ein Spektakel, wenn der Lanz-Bulldog die Riesen-Dreschmaschine in eine Scheune bugsierte.
Wenn der breite Treibriemen dann aufgelegt war, kam das ganze Getriebe in Gang und viele Hände bekamen was zu tun.
Zwei bis drei Männer gehörten zur Stammkolonne - dabei fallen mir die Namen Johannes Kahl und Josef Malcher wieder ein. Außerdem halfen die Bauern sich gegenseitig aus, damit alle Posten besetzt werden konnten. Der Einleger ganz oben bekam die kopflastigen Garben zugeforkt. Das ausgedroschene Stroh kam dann als große "Klappen" vorn aus der Presse. Die wurden dann erstmal zu einem  großen Diemen gestapelt, bis wieder Platz in der Scheune war.
 
Ganz hinten lief das Korn in angeklinkte Säcke, die dann auf dem Nacken fortgeschafft wurden. Und das alles spielte sich in einer feinen Staubwolke ab, die im Schweiß die Gesichter mit der Zeit schwarz  - und die Kehlen durstig machte.
Aber für gutes Essen sorgten immer die Bauernfrauen. Noch heute heißt es, wenn jemand bei Tisch gut zulangt:
 
"Er isst wie ein Scheunendrescher."