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Plattdeutsch

Een Weddersehn mit uns Kirch

Af un an kümmt di een Bild to Gesicht un lang vergahn Tieden leevt wedder up, ok wenn al hunnert Johren dortwischen liegt un du gor nich dormit rekenst. So göh mi dat, as ik vör acht Johren in’t Kieler Slott mol een Kunstutstellung besöch. August Westphalen hööß de Moler.

 Sien Naam harr ik as Jung al mol vun mien Vadder hört. Üm 1900 rüm schull he up de Bissen wahnt un ok in Grotenass moolt hebben.   



Bi düt groot Ölgemälde wörrn mien Ogen ümmer grötter:

Dat weer doch in uns Katharinenkirch un denn dat noch: De Frau vörn in de Siedenbank müss mien Grootmudder sien – so harr ik se jedenfalls in Erinnerung.  Goot dat ik mien Kamera dorbi harr – düt Bild müss ik fastholen, denn wie hier de dree Konfirmanden vör Pastor Kahl, so heff ik dor 1948 vör Pastor Radtke stahn - kort vör de Währungsreform, as dat weder’n nien Antog noch sünstwat to köpen geev.

In un üm uns Kirch hett sik dat Bild in all de Johren wull kuum verännert. In’t Dörp aver üm so mehr. Meist all de olen Buernhööv sünd upgeven, to Wahnhüüs ümbuet oder ganz verswunnen. Up Wischhööv un Huuskoppeln staht nie smuck Hüser, as du se fröher blots an’n  Stadtrand söhst.

Wat sik sünst noch in un üm uns Dörp wannelt hett, vertellt de folgen Geschichten - swatt up witt un mit de Kamera, statt mit Pinsel un Farven bi August Westphalen.

De Katharinenkirch in Grotenass

 

Hochdeutsch

 

Ein Wiedersehen mit unserer Kirche

 

Ab und zu kommt dir ein Bild zu Gesicht und längst vergangene Zeiten leben wieder auf, auch wenn schon hundert Jahre dazwischen liegen und du gar nicht damit rechnest.

So ging mir das, als ich vor acht Jahren im Kieler Schloss mal eine Kunstausstellung besuchte.  August Westphalen hieß der Maler.

Seinen Namen hatte ich als Junge schon mal von meinem Vater gehört.

Um 1900 herum soll er auf Gut Bissenbrook gewohnt und auch in Großenaspe gemalt haben.

Bei diesem großen Gemälde wurden meine Augen immer größer:  Das war doch  in unserer Katharinenkirche un dann das noch: Die Frau in der Seitenbank musste meine Großmutter sein – so hatte ich sie jedenfalls in Erinnerung.

Gut dass ich meine Kamera dabei hatte – dieses Bild musste ich festhalten, denn wie hier die drei Konfirmanden vor Pastor Kahl, so habe ich da 1948 vor Pastor Radtke gestanden – kurz vor der Währungsreform, als es weder einen neuen Anzug noch sonst was zu kaufen gab.

In und um unserer Kiche herum hat sich das Bild in all den Jahren wohl kaum verändert. Im Dorf aber um so mehr: Meist alle alten Bauernhöfe sind aufgegeben, zu Wohnhäusern umgebaut oder ganz verschwunden.

Auf Wieschhöfen und Hauskoppeln stehen neue schmucke Häuser, wie du sie früher nur am Stadtrand sahst.

Was sich sonst noch im Dorf oder um das Dorf herum gewandelt hat, erzählen die folgenden Geschichten  - schwarz auf weiß und mit der Kamera, statt mit Pinsel und Farben bei August Westphalen.